Diskussion: Politik und Medien - Wer gibt den Takt an?

  • 28. September 2020
  • Berlin und online
  • Mediensalon
  • Jugendpresse Deutschland e.V.

Einleitung: Paulina Fröhlich zur Studie des Progressiven Zentrums "Wer spricht für wen? – Die Talkshow-Gesellschaft"

Ob als »Ersatzparlament« verklärt oder als »Quasselrunde« polemisiert: Politische Talkshows sind nicht nur ein populäres Fernsehformat, sondern auch beliebter Untersuchungsgegenstand wissenschaftlicher Studien, journalistischer Analysen oder privater Gespräche. Der »Talk über den Talk« wird mittlerweile fast leidenschaftlicher geführt als manch eine Sendung selbst. Themensetzung, Gäst*innenauswahl, Sendungstitel, Diskursführung – nahezu jeder Aspekt gerät regelmäßig auf den Prüfstand. Nicht immer mit überzeugenden Argumenten, häufig auch mit persönlichen Empfindlichkeiten. Die Studie von Fröhlich und Johannes Hilje untersucht, wie es um die Repräsentation gesellschaftlicher Bereiche und politischer Ebenen in öffentlich-rechtlichen Talkshows bestellt ist. Pointiert lautet die Forschungsfrage: Wer spricht für wen?

Medien bieten nicht nur Unterhaltung und Service, sondern nehmen eine entscheidende Rolle in demokratischen Willensbildungs- und Entscheidungsprozessen ein: Sie stellen Öffentlichkeit her. Erst durch Medien erreichen Themen, Diskussionen oder Entscheidungen der Politik die Bürger*innen.

Politik – so lautet ein geflügeltes Wort in der Berliner Republik – ist nur das, was in den Medien stattfindet. Allein Medienpräsenz bietet heute die Legitimationsgrundlage für den politischen Betrieb. Das höchste Gut für eine*n Politiker*in ist heute das Produkt »Aufmerksamkeit«. Gibt es eine zu große Nähe zwischen den politischen Akteur*innen und den Beobachter*innen, den Medien?

Im Jahr vor der Bundestagswahl und der Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus wollen wir debattieren, wie das Verhältnis zwischen Politik und der so genannten vierten Gewalt, den Medien, ist.

Kontrollieren die Medien die Politik oder lassen sie sich von der Politik vorgeben, was publiziert wird? Oder trifft die These aus dem Fazit einer Studie von Prof. Dr. Thorsten Faas (übrigens Gast im Berliner Mediensalon im August 2020) und Dr. Mona Krewel zu: »Das Verhältnis zwischen Medien und Politik kann aus wissenschaftlicher Sicht am besten unter Rückgriff auf die Interdependenzthese beschrieben werden.« Medien und Politik sind voneinander abhängig, es kommt teilweise zu einer Symbiose. Das politische System agiert medialer, das Mediensystem agiert politisch.

Es diskutieren

Laura Hofmann, Pressesprecherin der Grünen Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus

Paulina Fröhlich, Leiterin des Programmbereichs Zukunft der Demokratie des Progressiven Zentrums

Cosima Kopp, Chefredakteurin UnAufgefordert, Studierendenzeitung Humboldt-Universität

Prof. Dr. Elizabeth Prommer, Direktorin des Instituts für Medienforschung, Lehrstuhl für Kommunikations-und Medienwissenschaft Universität Rostock

Moderation

Charlotte Bauer, Journalistin bei der Berliner Morgenpost

Veranstaltungsort und Anmeldung

taz Kantine, Friedrichstraße 21, 10969 Berlin und online via Crowdcast

Einlass ab 18:30 Uhr, Einwahl ab 18:45 Uhr

Damit wir vor Ort die Teilnehmendenzahl im Auge behalten oder dir den Link zum Livestream zuschicken können, würden wir dich bitten, dich hier kurz anzumelden.

Weitere Termine

19. Oktober: Wie weiter in Berlin in Deutschland? Kritische Bestandsaufnahme ein Jahr vor den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus und dem Deutschen Bundestag

Den Mediensalon veranstalten wir in Kooperation mit meko factory - Werkstatt für Medienkompetenz gGmbH. Die Veranstaltung wird gefördert von der Berliner Landeszentrale für politische Bildung und unterstützt von der Otto Brenner Stiftung.